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Schulpaten begleiten Schülerinnen und Schüler von der Klasse 8 an und fördern die Ausbildungsreife. Wichtig ist, zunächst einmal einen guten persönlichen Kontakt herzustellen. Schulpaten sind Menschen, die eine langjährige erfolgreiche Berufskarriere gemacht haben und zum Teil aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind. Sie haben vielerlei fachliche und menschliche Erfahrungen gemacht, Schwierigkeiten insgesamt erfolgreich gemeistert und können weitgehend zufrieden auf ihren Erfolg zurück blicken. Die Schulpaten haben es mit jungen Menschen zu tun, die ihre persönliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen, aber schon die Erfahrung gemacht haben, dass sie nicht zu den Erfolgreichen gehören. Sie leben zum Teil in einem lernungünstigen Umfeld und sind mit Gleichaltrigen zusammen, denen es auch nicht besser geht. Die Schülerinnen und Schüler sind verunsichert , mögen das aber nicht zeigen. Sie möchten sich auch nicht unbedingt belehren lassen und reagieren zum Teil empfindlich und mit Abwehr auf noch so gut gemeinte Vorschläge. Das hat Konsequenzen für das Gesprächsverhalten der Schulpaten: Besonders zu Beginn ist es wichtig, den Jugendlichen zuzuhören, Neugier zu zeigen: wie sehen sie ihre Situation, was fühlen sie, was haben sie erlebt oder erleben sie gerade, was für Wünsche und Ängste haben sie bezogen auf die Zukunft, welche Unterstützung wünschen sie sich und von wem, fühlen sie sich unterstützt? Es ist zu diesem Zeitpunkt weniger empfehlenswert, gleich mit sogenannten Fakten zu kommen und ihnen zum Beispiel zu erzählen, dass sie unrealistische Vorstellungen haben, dass sie dies und das tun müssten, dass dies und das das Beste für sie sei. Überhaupt ist es nicht günstig, die eigenen Erfahrungen und Problemlösungen in den Vordergrund zu stellen. Das fühlt sich beim Erwachsenen manchmal gut an, führt aber bei den Jugendlichen leicht zu Abwehr und Einschüchterung. Zur Philosophie von „du schaffst es“ gehört, dass so gut wie jedes Ziel erreichbar ist, dass es allerdings darum geht, zu klären, wie hoch der Einsatz ist und wie lange der Weg da hin voraussichtlich dauern wird. Es gibt immer wieder Leute, die von einer verkrachten Schullaufbahn ausgehend sehr weit gekommen sind. Das bedeutet aber: Durchhaltevermögen ,seinen Wunsch nie aus den Augen verlieren, Zwischenschritte bewältigen. Was die Berufswelt angeht, ist es eine andere Sache, Schüler auf Möglichkeiten aufmerksam zu machen, auf die sie selber bisher nicht gekommen sind, die aber eigentlich bei dem, was sie erzählen, nahe liegen. Sie sollten in Gesprächen nie mehr als 30 Prozent Redeanteil haben.
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Zur Ausbildungsreife gehören kognitive und soziale Tugenden oder Fähigkeiten. Diese können Schulpaten mit den Schülerinnen und Schülern zum Gesprächsgegenstand machen: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Umgehen mit guten Vorsätzen und Absichten, wie setze ich sie wirksam in die Tat um? Wie gewinne ich die Sympathie, die Zuneigung, anderer Personen? Welche Erfahrungen habe ich damit gemacht? Wo habe ich mir sozusagen schon mal selber ein Bein gestellt und wie kann ich das künftig verhindern? Wie finde ich heraus, was gut und was schlecht für mich ist? Welche Freundschaften sind gut für mich, welche nicht? Wie schaffe ich mir selber eine günstige Lernumgebung, wie bringe ich planmäßiges Lernen und Erfahrungen Sammeln in mein Leben? Was für Meinungen und Wünsche gibt es in der Familie, die mich fördern oder festlegen oder behindern? Wie gehe ich damit um? Wo kann ich mir Hilfe holen, wo kann ich meine Interessen vertiefen? Wie kann ich selber dafür sorgen, dass ich Erfolgserlebnisse habe – spaßig-ironischer-weise, wie kann ich dafür sorgen, dass mir nichts gelingt? Die Themenliste lässt sich leicht verlängern. Potentialanalyse: lassen Sie sich mal zeigen, wie jemand seine Hausaufgaben macht, Referate ausarbeitet, liest, erfragen Sie, wie die Zeiteinteilung für schulische Arbeiten erfolgt. Sprechen Sie mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Gefühle, die sie beim Arbeiten für und in der Schule haben. Stellt sich zum Beispiel schnell das Gefühl der Genervtheit ein? Können sie überhaupt nennenswert für die Schule arbeiten? Und Vorsicht, nicht negativ bewerten, nicht gleich mit Schnellschuss-Vorschlägen kommen. Erst mal die Gefühle und die Situation so stehen lassen. Sie haben Zeit, mit den Schülern daran zu arbeiten.
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